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Margendruck auf Distributoren wird zunehmen


Gesundheitsmarkt 2020: Auswirkungen auf den medizinischen Großhandel und Apotheken
Apotheken können zukünftig auch neue Dienstleistungen für Patienten übernehmen, wie etwa das Gesundheitsmanagement oder die Patienteninformation im Rahmen von Compliance-Programmen


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(21.09.11) - In den nächsten zehn Jahren wird der Druck auf die Margen von Pharma- und Medizintechnikgroßhändlern sowie Apotheken weiter zunehmen. Im Jahr 2020 werden nur noch die Distributoren nachhaltig profitabel sein, denen es gelingt, alle Effizienzpotenziale auszuschöpfen und profitable Marktnischen zu besetzen. Das zeigt die aktuelle, weltweite Studie "The end of Healthcare… as we know it?" der Unternehmensberatung Bain & Company. Demzufolge werden erfolgreiche Distributoren in Zukunft einer von drei Gruppen angehören: eng an ihren Zielgruppen orientierte Gesundheitslieferanten, günstige Discount- und Versandhändler und hochkompetente Spezialvertriebe. Entscheidend für alle diese Geschäftsmodelle ist eine überlegene Kundenkenntnis.

Bis 2020 wird der Margendruck auf Distributoren weiter zunehmen. Fähigkeiten zur Erbringung höherwertiger Dienstleistungen und zur Kundenbindung werden erfolgsentscheidend Apotheken werden zu Gesundheitsshops, Großhändler spezialisieren sich

Im Jahr 2020 wird es wesentlich mehr Apothekenketten geben, die ihre Größenvorteile im Einkauf und bei professionalisierten Zentralfunktionen in eine überlegene Profitabilität umsetzen und für die Expansion nutzen. Ein breites Sortiment rezeptfreier Gesundheitsprodukte erschließt ihnen zusätzliche Umsatzpotenziale gegenüber traditionellen Apotheken. Treueprogramme für Stammkunden und ein auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmtes Angebot können die Besucherfrequenz erhöhen und die Flächenproduktivität optimieren. Auch Shop-in-Shop-Konzepte werden zunehmen; so will der schwedische Lebensmittelhändler ICA mehr als 100 Apotheken in seinen Filialen eröffnen.

Versandapotheken werden ihren Marktanteil bis 2020 voraussichtlich in allen Industrienationen auf über 30 Prozent steigern können; sie versorgen vorrangig Chroniker, die regelmäßig Medikamente brauchen. Aber auch lokale Apotheken können chronisch kranke Patienten mit attraktiven Angeboten an sich binden. Ein Beispiel dafür ist WalMart: In den USA bietet WalMart Medikamente für eine 30-Tage-Versorgung zu Festpreisen an, die teilweise unter den Zuzahlungsbeträgen der Krankenversicherungen liegen.

Nischen mit weiterhin guten Margen
Apotheken und Großhändler werden zunehmend versuchen, dem wachsenden Margendruck durch höherwertige Dienstleistungen zu entkommen und sich weiter zu spezialisieren. Das gelingt einerseits durch höhermargige Leistungsangebote, andererseits durch die steigende Zahl an Spezialpharmaka. Heute sind Spezialprodukte oft biologische Präparate, die spezielle Anforderungen an Haltbarkeit und Kühlkette stellen. In Zukunft werden es mehr und mehr "personalisierte" Medikamente sein, die nur an ausgewählte Personenkreise mit passendem genetischem Profil abgegeben werden dürfen.

Apotheken können zukünftig auch neue Dienstleistungen für Patienten übernehmen, wie etwa das Gesundheitsmanagement oder die Patienteninformation im Rahmen von Compliance-Programmen. Spezialapotheken werden neue Geschäftsmodelle fördern, die den Kapitaleinsatz der Leistungserbringer optimieren, indem sie zum Beispiel Lagerhaltung oder Produktrückgaben minimieren. Großhändler werden vermehrt Logistik für Pharma- und Medizintechnikhersteller anbieten.

Strategische Weiterentwicklung der Distributoren
Um ein nachhaltiges Geschäftsmodell für den Gesundheitsmarkt 2020 zu entwickeln, müssen Apotheken und Großhändler eine Reihe strategischer und operativer Voraussetzungen schaffen:

Wertschöpfung: Distributoren müssen heute darüber entscheiden, welche höherwertigen Leistungen sie bis zum Jahr 2020 aufbauen wollen, um ihr derzeitiges Angebot sinnvoll zu ergänzen. Dazu gehört auch, neue Kompetenzen aufzubauen, innovative Ideen in Testmärkten zu pilotieren und mögliche Übernahmekandidaten zu identifizieren.

Kundenorientierung: Voraussetzung für hochwertigere Leistungen ist eine genaue Kundenkenntnis. Apotheken müssen die Bedürfnisse des engagierten Patienten der Zukunft kennen und ihr Angebot darauf ausrichten. Eine zum Gesundheitsshop erweiterte Apotheke kann zum Beispiel Produkte rund um Gesundheit, Lifestyle und Wohlfühlen anbieten. Abgestimmt auf das lokale Publikum kann das Sortiment Health-Food, Medizintechnik für Endverbraucher, Wellness-Produkte und rezeptfreie Präparate umfassen aber auch lokal relevante Dienstleistungen. Großhändler müssen sich darauf einstellen, dass ihre Kunden sich zu Gesundheitszentren oder Klinikketten zusammenschließen. Und der Vertrieb braucht ein Account-Management, das die Kundenbedürfnisse wirklich kennt.

Vernetzung: Die Gesundheitsbranche wird sich bis 2020 umfassend vernetzen. Die Systeme der Distributoren müssen in Zukunft mit den Systemen der Ärzte und Kliniken sowie der Pharma- und Medizintechnikhersteller kommunizieren können. Wird ein lokales Gesundheitsmanagement angeboten, müssen auch die mobilen Endgeräte der Patienten eingebunden werden.

Effizienzsteigerung: Der allgemeine Margendruck zwingt die Distributoren dazu, alle Möglichkeiten zur Kostensenkung auszuschöpfen und Einkaufsvorteile zu nutzen.

Konsolidierung: Die Zahl der selbständigen Apotheken und Großhändler wird weiter sinken. Ausnahmen finden sich nur in Märkten wie den USA, wo die Zahl der Großhändler bereits stark dezimiert ist. Distributoren, die ihre Kostenposition stärken wollen, können durch Übernahmen und Zusammenschlüsse Größenvorteile erlangen. Gleichzeitig treiben sie so die Konsolidierung in der Branche aktiv voran.

"Um dem anhaltenden Margendruck zu entkommen, müssen Apotheken und Großhändler zukünftig mehr bieten als Standardleistungen", sagt Dr. Norbert Hültenschmidt, Leiter der weltweiten Healthcare-Praxisgruppe von Bain & Company. "Großhändler müssen zu hochspezialisierten Serviceanbietern werden und Apotheken die Gesundheitsbedürfnisse ihrer lokalen Kunden in den Mittelpunkt rücken." (Bain & Company: ra)

Bain & Company: Kontakt und Steckbrief

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Meldungen: Studien

Anforderungen von Privatanlegern In Zeiten volatiler Kapitalmärkte profitieren Unternehmen von Privatanlegern, die Aktien halten und Anleihen zeichnen und so Stabilität schaffen. Wie und mit welchen Informationen diese Zielgruppe versorgt werden möchte und wo heute noch Defizite in der Finanzkommunikation liegen, hat das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW), der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) und der Deutsche EuroShop AG untersucht. Befragt wurden mehr als 500 Privatanleger in Deutschland mit monetärem Engagement in Aktien, Investmentfonds und/oder Unternehmensanleihen.

Angemessenheit der Vorstandsvergütung Stimmt die Vergütung der Mitglieder deutscher Aufsichtsräte und Vorstände mit der gewachsenen Verantwortung und Komplexität ihrer Aufgaben überein? Werden Leistung und Qualität der Kontrolleure angemessen gefördert? Im Mittelpunkt der 10. Panel-Befragung der Zeitschrift "Der Aufsichtsrat" stand die kontroverse Diskussion um die Aufsichtsrats- und Vorstandsvergütung von Unternehmen.

Fehlende Compliance im Software-Lizenzbereich 26 Prozent aller Software in Deutschland war 2011 unlizenziert. Insgesamt wurde hierzulande PC-Software im Wert von 6,7 Mrd. Euro eingesetzt - lizenziert und bezahlt wurden aber nur Programme im Wert von 4,9 Mrd. Euro. Laut Selbstauskunft greifen nur 66 Prozent der deutschen Software-Nutzer nie zu unlizenzierter Software. Auch die zunehmende Verbreitung von Tablet-Computern und die Popularität von Software-as-a-Service (SaaS) konnte nicht verhindern, dass die "Schattenwirtschaft" mit illegaler Software weiterhin blüht: Trotz des rasanten Wachstums dieser Angebote war ihr Anteil zu gering, um deutliche Auswirkungen zu haben. Weltweit waren 42 Prozent aller eingesetzten Programme unlizenziert, was Software im Wert von 63 Mrd. US-Dollar entspricht. Die Ergebnisse stammen aus der aktuellen Piraterie-Studie der Business Software Alliance (BSA) im Verbund mit der IDC und dem Marktforschungsinstitut Ipsos.

Soziale Medien und Unternehmenskultur Fast die Hälfte (47 Prozent) aller Unternehmen in Deutschland setzt soziale Medien ein. Weitere 15 Prozent haben bereits konkrete Pläne, damit in Kürze zu beginnen. Das geht aus einer Studie hervor, die der Hightech-Verband Bitkom in Berlin vorgestellt hat. Dabei wurden im Auftrag des Bitkom 732 Unternehmen aller Branchen befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Hoch im Kurs bei ECM: Compliance Effiziente Suche, Vorgangsbearbeitung mittels elektronischer Akte und Business-Process-Management sind für Unternehmen die Top-Trends im Umfeld von Enterprise Content Management (ECM). Dies ergab eine umfangreiche Studie des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC). Befragt wurden mehr als 100 Unternehmen mit über 1.000 Angestellten in der DACH-Region.

Professionelle Solvency II-Lösungen bevorzugt Nach aktuellen Verlautbarungen der EU-Kommission ist der 30. Juni 2013 der Stichtag, bis zu dem alle europäischen Versicherungsunternehmen ihre Governance, Risk und Compliance (GRC) Prozesse und Systeme der Solvency II-Richtlinie angepasst haben müssen. Während jedoch die Unternehmen ihr Augenmerk bei den Vorbereitungen zur Umsetzung der Anforderungen auf Säule I (Kapitaleffizienz) und Säule II (Risikomanagement) richten, wird Säule III (Reporting) nur wenig Beachtung geschenkt. Bis heute haben 84 Prozent der europäischen Versicherer noch keinen Berichtsrahmen und ergänzende Systeme implementiert. Folglich sind nur 16 Prozent darauf vorbereitet, den EU-Aufsichtsbehörden die geforderten Quartals- und Jahresberichte vorzulegen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint bei der über 350 europäische Versicherungsunternehmen in verschiedenen Schlüsselmärkten befragt wurden.

Klarheit und Verständlichkeit der AGB Nur jeder fünfte Internetnutzer (22 Prozent) liest mehr oder weniger regelmäßig die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Online-Anbietern. So lesen einer Bitkom-Umfrage zufolge 6 Prozent "immer" und 16 Prozent zumindest "manchmal" die AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen). Dagegen erklärten 17 Prozent der Anwender, das Kleingedruckte "selten" zu lesen, 23 Prozent tun dies "nie". Ein weiteres Drittel der Onliner machte dazu keine Angaben.

Studie zur Umsetzung der EU-Änderungen zu Cookies Die durch die EU vorgegebenen Änderungen für den Umgang mit Cookies werden in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich umgesetzt. Entscheidende Fragen, wie die Einholung der Einwilligung zum Setzen von Cookies, sind daher von Unternehmen auch zukünftig nicht europaweit einheitlich zu beantworten. Das hat eine Vergleichsstudie zahlreicher europäischer Kanzleien ergeben, die von der englischen Kanzlei Bristows initiiert wurde und zu der Oppenhoff & Partner beigetragen hat.

Internet und Demokratie Das Internet fördert in den Augen seiner Nutzer die Demokratie. 61 Prozent der deutschen Internetnutzer sind aktuell der Meinung, das Internet trage zu mehr Demokratie bei. Das geht aus einer Erhebung im Auftrag des Hightech-Verbandes Bitkom hervor. "Das Internet bietet hervorragende Möglichkeiten, die politische Arbeit transparenter zu machen und breite Bevölkerungsschichten einzubeziehen", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "In vielen Ländern ist das Web sogar zu einer wichtigen Voraussetzung geworden, um demokratische Strukturen überhaupt erst auf den Weg zu bringen."

Rechtswesen vernachlässigt Informationssicherheit Unternehmen im Bereich Rechtsberatung wie zum Beispiel Anwaltskanzleien gehen im Vergleich mit anderen Branchen am nachlässigsten mit ihren Informationen um. Bei einer aktuellen europaweiten Studie von Iron Mountain und PwC zum Umgang mittelständischer Unternehmen mit Informationen landeten sie auf dem letzten Platz hinter Finanzdienstleistern, Versicherungen, produzierenden Unternehmen und der Pharmaindustrie. 42 Prozent der Kanzleien in Europa wissen nicht einmal, ob ihnen in den vergangenen drei Jahren Daten abhanden gekommen sind. Viele überprüfen auch nicht, ob ihre Mitarbeiter überhaupt Maßnahmen für eine höhere Informationssicherheit ergreifen. Mit der Studie wurde auch der europaweit erste europäische Vergleichsindex (Information Risk Maturity Index) erstellt, mit dem Unternehmen ermitteln können, ob sie angemessen auf Informationsrisiken vorbereitet sind.

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Jeder 5. Erwerbstätige fühlt sich fehl am Platz Geldwäscheprävention als Risikomanagementdisziplin