Neuerscheinung: Kompendium "Greening IT"
Buch behandelt die fundamentale Rolle, die ICT beim Übergang zu einer Low-Carbon-Gesellschaft spielt
Internationales Kompendium "Greening IT" zeigt Chancen und Möglichkeiten grüner Informationstechnik auf
(22.06.10) - In der Informationstechnik liegen große Chancen, die Gesellschaft ökologischer zu gestalten. IT kann, klug eingesetzt, dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen, Energie einzusparen und den Kohlendioxidausstoß zu verringern, uns also in eine "Low-Carbon Society" zu überführen. Das ist das Thema des neuen, von unabhängigen internationalen IT-Experten auf Non-Profit-Basis erstellten Kompendiums "Greening IT" (ISBN 978-87-91936-02-9, 294 Seiten).
IT hat, umweltpolitisch betrachtet, zwei Aspekte. Häufig diskutiert wird einerseits der hohe Stromverbrauch – in Deutschland sind es derzeit etwa 11 Prozent des Gesamtstromverbrauchs – und das unbefriedigende Recycling gerade von Endanwender-Systemen.
Andererseits stecken in der Informationstechnik große Möglichkeiten, wirksam zu mehr Umweltschutz und weniger Ressourcenverbrauch beizutragen und gleichzeitig den IT-internen Verbrauch an Energie und Rohstoffen drastisch zu senken.
"Der IT-Sektor erzeugt derzeit rund zwei Prozent der weltweiten Kohlendioxidemissionen. Er kann selbst 'grüner' werden, indem auf Energieeffizienz geachtet und bessere Technologien eingesetzt werden. Wir nennen das Green IT. Doch IT kann auch massiv dazu beizutragen, die Emissionen aus anderen Industriesektoren zu reduzieren. Wir nennen diesen Prozess "Greening IT". IT-Lösungen können deshalb die schnelle Stabilisierung des Klimas befördern. Es gibt keine andere Branche, die wegen der durch sie möglichen Services so große Chancen zur Reduktion von Klimagasen bietet wie Informationstechnik", betont Adrian Sobotta, Vorstand der Initiative Greening IT sowie Herausgeber und Autor des Kompendiums "Greening IT".
Europäische Kommissarin für Klimaschutz schreibt Vorwort
In ihrem Vorwort zu dem Buch schreibt Connie Heedegaard, Europäische Kommissarin für Klimaschutz: "Alle Bereiche der Wirtschaft werden etwas beitragen müssen und es ist klar, dass IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) eine Schlüsselrolle spielen wird. IKT wird zunehmend als zentrales Werkzeug für den Übergang zu einer Gesellschaft mit geringem Kohlendioxidausstoß erkannt. Sie bietet ein signifikantes, bisher nicht genutztes Potential, um unsere Emissionen zu senken. Dieses Buch behandelt die fundamentale Rolle, die ICT beim Übergang zu einer Low-Carbon-Gesellschaft spielt."
Das Ziel der Publikation ist, seine Leser für die Chancen und Möglichkeiten grüner IT-Lösungen zu sensibilisieren. Beispiele für solche Lösungen sind Smart Grids, für die massive Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz und einen intelligenteren Stromverbrauch, Cloud Computing für geringeren Hard- und Softwarebedarf bei privaten und kommerziellen Anwendern, und Thin Clients, die den Stromverbrauch der Endgeräte auf den Schreibtischen massiv verringern.
"Greening IT" entstand als Produkt virtuellen Teamworks internationaler Experten. Das Projekt arbeitet nicht gewinnorientiert und ist auf allgemeine Zugänglichkeit (Creative-Commons-Lizenz) ausgerichtet. Sein Ziel ist, die Chancen eines nachhaltigen IKT-Einsatzes von Informationstechnik ins Licht zu rücken und ihre Nutzung damit weiter zu verbreiten.
Green IT ist Teil der Lösung, aber kein Allheilmittel
"Es gibt keine perfekte Lösung; auch Green IT ist kein Allheilmittel. Aber schon heute gibt es diverse einsatzbereite IT-Lösungen, die die Gesellschaft grüner machen können. Genügend bewährte Ansätze und Praxisbeispiele zeigen, dass IT dabei ist, grün zu werden und gleichzeitig neue Möglichkeiten für die Reduktion von Klimagasen bietet", sagt Adrian Sobotta.
Natürlich setzten die Autoren große Hoffnungen in die beschriebenen Technologien. Doch Technik allein kann die immense Aufgabe, die Gesellschaft in eine nachhaltige Zukunft zu führen, nicht lösen. "Mit Technologie können wir einiges erreichen. Letztlich liegt aber die einzige umfassende Lösung darin, dass die Menschen ihr Verhalten und ihre Konsummuster ändern", betont Sobotta weiter. IT kann dabei helfen, indem Verbraucher zum Beispiel durch Smart-Grid-Anwendungen wie Smart Meter in Echtzeit erfahren, wie viel Strom sie wirklich verbrauchen und dadurch ihren eigenen Anteil erkennen.
Allerdings verbreiten sich grüne IT-Technologien nicht von selbst. Bevor die Gesellschaft auf neue Technologien setzen kann, muss sichergestellt sein, dass langfristig in sie investiert wird. Dazu bedarf es einer entsprechenden Zielsetzung der Politik zusammen mit Anreizen und Maßnahmen, die sie unterstützen. (Greening-IT-Initiative: ra)
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