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Steuer auf alle Währungstransaktionen


Ausschuss der Regionen fordert sofortige Finanztransaktionssteuer, notfalls im Wege einer verstärkten Zusammenarbeit
In der gegenwärtigen Lage sei eine europäische Finanztransaktionssteuer dringend notwendig, um einer weiteren Spekulation vorzubeugen und sowohl die Ursachen als auch die Auswirkungen der Finanzkrise anzugehen


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(28.02.12) - Der Ausschuss der Regionen (AdR) drängt auf das rasche Inkrafttreten der EU-Richtlinie über das gemeinsame Finanztransaktionssteuersystem (FTS), ggf. im Zuge des Instruments der verstärkten Zusammenarbeit zumindest in der Eurozone.

Mit der Annahme des vom deutschen Berichterstatter Ralf Christoffers (SPE), Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, erarbeiteten Stellungnahmeentwurfs, betonte das AdR-Plenum, dass einer Zersplitterung des Binnenmarktes für Finanzdienstleistungen im Zuge etwaiger nationaler Initiativen dringend vorzubeugen ist, und fordert maßgebliche Nachbesserungen an dem von der Kommission im vergangenen September vorgelegten Entwurf, damit die europäische Tobin-Steuer noch ehrgeiziger und wirkungsvoller wird.

Die Anwendung der Steuer auf alle Währungstransaktionen, die Ausnahme von ausschließlich den öffentlichen Sektor finanzierenden Sonderkreditanstalten von der Finanztransaktionssteuer und die Ausdehnung der vorgeschlagenen Mindestsätze (0,1 Prozent) auf alle Finanztransaktionen, einschließlich Derivate, sind einige der in der Stellungnahme geforderten wichtigsten Änderungen.

"Der Kommissionsvorschlag muss unterstützt und verbessert und der ganze Prozess zu einem schnellen Abschluss gebracht werden", so Berichterstatter Christoffers. "In der gegenwärtigen Lage ist eine europäische Finanztransaktionssteuer dringend notwendig, um einer weiteren Spekulation vorzubeugen und sowohl die Ursachen als auch die Auswirkungen der Finanzkrise anzugehen. Denn die FTS würde im Wesentlichen die schädlichsten Transaktionen betreffen, während die Finanzakteure dazu angehalten werden, sich an Kosten zu beteiligen, die durch die Maßnahmen zur Stabilisierung der Aktien- und Rentenmärkte entstanden sind".

In der Debatte hat die Delegation des britischen Konservativen einer EU-Finanztransaktionssteuer wegen des Fehlens einer globalen Lösung eine klare Absage erteilt und die Versammlung vor einer möglichen Abwanderung der Transaktionen aus der EU gewarnt. Nach der Debatte brachte eine große Mehrheit bei der Abstimmung im Plenum die uneingeschränkte Unterstützung des Vorschlags durch die regionalen und lokalen Gebietskörperschaften der EU zum Ausdruck, und das nur wenige Tage nachdem neun EU-Mitgliedstaaten den dänischen Ratsvorsitz in einem Schreiben um umgehende Einführung einer EU-Finanztransaktionssteuer ersucht haben.

In der Stellungnahme wird dafür plädiert, die Einnahmen aus der FTS – die von der Kommission auf über 50 Milliarden Euro jährlich veranschlagt werden – "zwischen der Union und den Steuer erhebenden Mitgliedstaaten nach einem bestimmten Verhältnis aufzuteilen", wodurch die Beiträge der Mitgliedstaaten im System der Eigenmittel reduziert werden könnten. (AdR: ra)

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Meldungen: EU und Europa

PSI: Schutzmaßnahmen für den Datenschutz Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) hat seine Stellungnahme zum Maßnahmenpaket der Europäischen Kommission zu offenen Daten angenommen. Dieses Paket beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen zur Erleichterung einer breiteren und innovativen Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors (public sector information, PSI). Die Stellungnahme betont den Bedarf an spezifischen Schutzmaßnahmen für den Datenschutz, wenn PSI personenbezogenen Daten beinhalten. Sie empfiehlt, dass öffentliche Stellen einen "pro-aktiven Ansatz" wählen sollten, wenn sie personenbezogene Daten für weitergehende Nutzungen bereitstellen. Dies würde, unter Berücksichtigung von Schutzvorschriften und Bedingungen, ermöglichen, auf Einzelfallbasis Daten im Einklang mit den Datenschutzregeln öffentlich zugänglich zu machen.

Bewertungen des Finanzbedarfs von KMU Der Europäische Rechnungshof (EuRH) gelangt in seinem Sonderbericht Nr. 2/2012 zu der Schlussfolgerung, dass Wirksamkeit und Effizienz der im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) getätigten Ausgaben für Finanzinstrumente zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) beeinträchtigt wurden, weil der verordnungsrechtliche Rahmen keine angemessene Grundlage für den Einsatz der verschiedenen Arten von Finanzinstrumenten bot. In vielen Fällen erreichten die Mittel die begünstigten KMU erst nach beträchtlichen Verzögerungen. Außerdem waren die geförderten Maßnahmen im Hinblick auf die Einwerbung privater Investitionen unwirksam. Wenn Bewertungen des Finanzbedarfs von KMU überhaupt vorgenommen wurden, wiesen sie gravierende Mängel auf. Überdies wurden einigen begünstigten KMU von den eingeschalteten Finanzintermediären ungerechtfertigte Verwaltungskosten in Rechnung gestellt.

Bessere Informationen & Hilfestellung am Flughafen Fluggesellschaften sollen festsitzenden Passagieren klare Informationen und unmittelbare Hilfeleistungen zukommen lassen, heißt es in der verabschiedeten Entschließung des Parlaments. Die Abgeordneten rufen die Kommission auf, Ansprüche der Passagiere auf Assistenz- und Kompensationsleistungen im Fall von Flugannullierungen oder -verspätungen sowie bei über sechsstündigen Verspätungen von Gepäck eindeutig zu regeln.

Handel mit Derivaten wird rigoros geregelt Eine neue Verordnung, die den außerbörslichen Derivatehandel sicherer und transparenter machen soll, wurde am Donnerstag vom Parlament mit überwältigender Mehrheit verabschiedet. Der Handel mit Derivaten gilt als einer der Hauptauslöser der weltweiten Finanzkrise. Rat und Parlament haben sich schon am 9. Februar auf den Verordnungsentwurf geeinigt. Der Entwurf sieht vor, dass außerbörsliche oder OCT-Derivate über als zentrale Kontrahenten (Gegenparteien) fungierende Clearinghäuser (CCP) abgewickelt werden müssen, um das Risiko eines einseitigen Kreditausfalls für Anleger zu verringern.

Reform der EU-Regeln zum Datenschutz Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) hat seine Stellungnahme zu dem Paket von Vorschlägen für eine Reform der EU-Regeln zum Datenschutz abgegeben. Das Paket wurde von der Europäischen Kommission am 25. Januar 2012 angenommen und enthält eine Verordnung mit allgemeinen Regeln zum Datenschutz sowie eine Richtlinie mit speziellen Datenschutzregeln für den Bereich der Strafverfolgung.

ACTA-Ratifizierung verweigern Rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus nahezu allen Staaten der Welt haben eine Petition an das Europäische Parlament unterzeichnet und damit ihren Unwillen gegen ACTA ausgedrückt. Die Petition fordert die Europa-Abgeordneten auf, "zu einem offenen und freien Internet zu stehen und die Ratifizierung des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zu verweigern."

Gesellschaftsrecht und Rechtssicherheit Die Europäische Kommission hat eine eingehende Konsultation zur Zukunft des europäischen Gesellschaftsrechts eingeleitet. Europa braucht einen gesellschaftsrechtlichen Rahmen, der den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen und neuen Entwicklungen im wirtschaftlichen Umfeld gerecht wird. Das Gesellschaftsrecht der EU war für die Schaffung des Binnenmarkts von zentraler Bedeutung. Jetzt sollte jedoch überprüft werden, ob der bestehende Rechtsrahmen noch den aktuellen Erfordernissen entspricht. Die Kommission hat daher im Internet ein Konsultationspapier veröffentlicht, um Stellungnahmen aller beteiligten Akteure einzuholen. Die Frist für die Einreichung von Beiträgen endet am 14. Mai 2012.

Reform des Finanzsektors und Datenschutz Der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDSB) hat ein Paket von vier Stellungnahmen zu Kommissionsvorschlägen zur Reform des Finanzsektors in der EU vorgelegt. Die vier Vorschläge betreffen allesamt die Überwachung von Finanzdaten, was erhebliche Auswirkungen auf das Grundrecht auf Datenschutz hat.

Steuer auf alle Währungstransaktionen Der Ausschuss der Regionen (AdR) drängt auf das rasche Inkrafttreten der EU-Richtlinie über das gemeinsame Finanztransaktionssteuersystem (FTS), ggf. im Zuge des Instruments der verstärkten Zusammenarbeit zumindest in der Eurozone.

Regieren in einem Mehrebenensystem Die aktuelle Krise Europas, die zugleich eine Finanzkrise und eine Vertrauenskrise in seine Institutionen ist, ist ein Grund mehr, das Regieren in einem Mehrebenensystem in den Mitgliedstaaten Realität werden zu lassen. Eine bessere Teilhabe der Regionen und Städte an der Erarbeitung, Durchführung und Bewertung von EU-Maßnahmen, die für sie bedeutsam sind, ist das Fundament für den Erfolg der Maßnahmen. Das erklärten die Mitglieder des Ausschusses der Regionen auf ihrer Plenartagung in Brüssel bei der einstimmigen Verabschiedung der Stellungnahme von Luc Van den Brande (BE/EVP), Präsident des Verbindungsbüros Flandern-Europa.

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Reform des Finanzsektors und Datenschutz Regieren in einem Mehrebenensystem