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Bundesgerichtshof


Im Überblick

Deutsches Recht kontra Herkunftslandprinzip Der Kläger wurde im Jahr 1993 zusammen mit seinem Bruder wegen Mordes an dem Schauspieler Walter Sedlmayr zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Im Januar 2008 wurde er auf Bewährung entlassen. Er verlangt von einem in der Republik Österreich geschäftsansässigen Medienunternehmen, es zu unterlassen, über ihn im Zusammenhang mit der Tat unter voller Namensnennung zu berichten. Das beklagte Unternehmen hielt auf seiner Internetseite bis zum 18. Juni 2007 eine auf den 23. August 1999 datierte, von einem anderen Anbieter übernommene Meldung zum freien Abruf durch die Öffentlichkeit bereit. Darin hieß es unter Nennung des Vor- und Zunamens des Klägers wie seines Bruders wahrheitsgemäß u. a., beide wendeten sich nunmehr, neun Jahre nach dem Mord, mit einer Verfassungsbeschwerde gegen ihre Verurteilung wegen der Tat.


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Im Überblick

Streit um "Marktführer im Sortimentsfeld Sport" Der unter anderem für das Wettbewerbsrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat die Verurteilung des Warenhausunternehmens "Karstadt" im Streit um die Behauptung, Karstadt sei Marktführer im Sortimentsfeld Sport, aufgehoben und die Sache an das Oberlandesgericht München zurückverwiesen.


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Inhalte


29.05.12 - Internationale Zuständigkeit bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch Internetveröffentlichungen

22.03.12 - Bundesgerichtshof entscheidet im Streit um die Behauptung der Marktführerschaft im Sportartikelbereich

20.03.12 - Bundesgerichtshof entscheidet zur Haftung bei unterbliebener Offenlegung der wirtschaftlichen Neugründung einer GmbH

02.03.12 - Bundesgerichtshof (BGH) äußert sich zur Geltendmachung und zur Verjährung von Schadensersatzansprüchen gegen englischen Lebensversicherer

14.02.12 - Bundesgerichtshof bejaht Zulässigkeit der Angabe eines Postfachs als Widerrufsadresse bei Fernabsatzverträgen

31.01.12 - BGH entscheidet über Rabattmodell für den Arzneimittelbezug aus dem Ausland

13.12.11 - Bundesgerichtshof: Über Oligopol auf Benzinmarkt muss neu verhandelt werden

06.12.11 - Bundesgerichtshof legt dem Europäischen Gerichtshof Fragen zur rechtserhaltenden Benutzung von Marken vor

21.11.11 - Entgelt für die Nutzung von Stromnetzen zur Durchleitung von Strom: CMS Hasche Sigle erreicht Grundsatzurteil für Netzbetreiber

21.11.11 - Kommunale Wasserwerke Leipzig (KWL): Korruptionsvorwürfe müssen neu verhandelt werden

16.11.11 - Aufgabenbereich des Admin-C beschränkt sich auf die Erleichterung der administrativen Durchführung des Domain-Vertrages

02.11.11 - Verantwortlichkeit eines Hostprovider für einen das Persönlichkeitsrecht verletzenden Blog-Eintrag

27.10.11 - Bundesgerichtshof entscheidet erneut über die urheberrechtliche Zulässigkeit der Bildersuche bei Google

18.10.11 - Bundesgerichtshof zum Gebrauchtwagenangebot in einer falschen Suchrubrik einer Internethandelsplattform

18.10.11 - BGH entscheidet zugunsten von Microsoft im Rechtsstreit über Windows-Software mit Echtheitszertifikaten

17.10.11 - Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet im Streit zwischen Druckerhersteller und Anbieter von Druckerpatronen

11.10.11 - BGH: Verbot des Angebots privater Sportwetten und anderer Glücksspiele im Internet wirksam - Bundesgerichtshof sieht § 5 Abs. 3 GlüStV, der die Werbung für öffentliches Glücksspiel im Internet verbietet, ebenfalls als wirksam an

06.10.11 - Konkretes Insolvenzrisiko der Emittentin bzw. der Garantiegeberin nicht erkennbar gewesen: Lehman-Geschädigte verlieren vor dem Bundesgerichtshof

05.10.11 - Verletzung der geschützten geographischen Angabe "Bayerisches Bier"?

16.08.11 - Bundesgerichtshof: Revision gegen Verurteilung eines Chefarztes wegen Bestechlichkeit und Betruges verworfen

10.08.11 - BGH muss entscheiden: Werden Vertragsärzte, wenn sie ihren gesetzlich versicherten Patienten Arzneimittel verordnen, als Amtsträger oder Beauftragte im geschäftlichen Verkehr tätig

10.08.11 - BGH: Verurteilung des ehemaligen Vorstandssprechers der IKB AG wegen Marktmanipulation rechtskräftig

29.07.11 - Bundesgerichtshof (BGH) legt dem Europäischen Gerichtshof Fragen zur Vergütungspflicht von Druckern und PCs vor

05.07.11 - Kartellteilnehmer haften auch mittelbar Geschädigten auf Schadensersatz

01.07.11 - Der Bundesgerichtshof hat eine Entscheidung zu den Voraussetzungen einer Verwertungskündigung nach § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB* getroffen

01.07.11 - Auf die Revision der Beklagten hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass dem Kläger kein Anspruch auf Unterlassung der ihn identifizierenden Bildberichterstattung zusteht

01.07.11 - Bundesgerichtshof zur Verwendung der Bezeichnung "zertifizierter Testamentsvollstrecker"

01.07.11 - Der Bundesgerichtshof hat eine Entscheidung zur Erheblichkeit eines Mangels beim Kfz-Kauf getroffen

28.06.11 - BGH äußert sich zur Wiedergabe einer im Rahmen einer Pressekonferenz gefallenen Äußerung

20.06.11 - Der Bundesgerichtshof hat über das Recht des Anbieters zur vorzeitigen Beendigung einer eBay-Auktion entschieden

20.06.11 - BGH urteilt: Klausel über die Zahlung einer monatlichen Gebühr für die Führung des Darlehenskontos durch die Bank ist unwirksam

14.06.11 - Bundesgerichtshof (BGH) äußert sich zu Geschäftspraktiken von Schulfotografen

10.06.11 - Nach Ansicht des BGH können die Lernspiele der Klägerin als Darstellungen wissenschaftlicher Art nach § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG urheberrechtlich geschützt sein

08.06.11 - Handel mit Markenparfümimitaten nicht als unlautere vergleichende Werbung nach § 6 Abs. 2 Nr. 6 UWG untersagt werden

08.06.11 - Bundesgerichtshof zur Haftung der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Bundesrepublik Deutschland für den dritten Börsengang der Deutschen Telekom

31.05.11 - Zur vertraglichen Haftung des Kontoinhabers bei unbefugter Nutzung seines eBay-Mitgliedskontos

31.05.11 - BGH: Die anlässlich der Überführung der Versorgungszusagen gegebene Besitzstandszusage hinsichtlich der Altersversorgung enthält eine wirksame dynamische Verweisung auf das Tarifrecht des öffentlichen Dienstes

11.05.11 - Zur Verjährung des Erstattungsanspruchs eines Mieters für Renovierungskosten bei unwirksamer Schönheitsreparaturklausel

11.05.11 - Bundesgerichtshof zur Zulässigkeit einer Klage auf zukünftige Leistung

11.05.11 - Bundesgerichtshof bejaht Erstattungsfähigkeit von Detektivkosten beim Tanken ohne Bezahlung

11.05.11 - BGH: Zum Anspruch des Handelsvertreters auf kostenlose Überlassung von Hilfsmitteln

11.05.11 - BGH: Verurteilung des Bürgermeisters und des Kämmerers einer Gemeinde wegen Untreue rechtskräftig

11.05.11 - Revisionsverfahren betrifft die Strafbarkeit von Beteiligten am sog. Pharmamarketing - Großer Senat für Strafsachen muss nun entscheiden

05.05.11 - BGH zur persönlichen Haftung von GmbH-Gesellschaftern nach Abtretung einer Forderung der Bank an einen Mehrheitsgesellschafter

05.05.11 - Bundesgerichtshof: Schwacke-Liste und Fraunhofer-Mietpreisspiegel geeignete Schätzgrundlage

03.05.11 - Bundesgerichtshof (BGH) bejaht Anfechtungsbefugnis des Minderheitsaktionärs trotz wirksamer Eintragung des Übertragungsbeschlusses

03.05.11 - Bundesgerichtshof (BGH): Abbildung eines Geschmacksmusters nicht "zum Zwecke des Zitats" nach § 40 Nr. 3 GeschmMG zulässig ist, wenn sie ausschließlich Werbezwecken dient

03.05.11 - Bundesgerichtshof zur Werbung einer Autoreparaturwerkstatt mit der Marke eines bekannten Automobilherstellers

03.05.11 - Bundesgerichtshof (BGH) stellt fest: Verurteilung wegen "Hausverlosung" im Internet rechtskräftig

02.05.11 - Anlageberatung: Bundesgerichtshof (BGH) weist Kreditinstitut hinsichtlich Rückvergütungen in ihre Schranken

29.04.11 - Bundesgerichtshof (BGH) zur Werbung mit Garantien beim Verbrauchsgüterkauf

29.04.11 - BGH: Kein Anspruch des ausgeschlossenen Minderheitsaktionärs auf den festen Ausgleich nach Übertragung der Aktien auf den Hauptaktionär

26.04.11 - Bundesgerichtshof: Verurteilungen wegen progressiver Kundenwerbung rechtskräftig

14.04.11 - Bundesgerichtshof (BGH) verneint die internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte für Klage gegen Internetveröffentlichung ohne deutlichen Inlandsbezug

14.04.11 - Bundesgerichtshof: Zur Zurechenbarkeit von Refinanzierungsvereinbarungen des Leasingnehmers mit Dritten

28.03.11 - Bundesgerichtshof entscheidet über die Haftung von Treugebern einer Kommanditgesellschaft

28.03.11 - Bundesgerichtshof entscheidet zu Beratungspflichten einer Bank bei Abschluss eines Zinssatz-Swap-Vertrages

25.03.11 - Schwere Zeiten für Kreditinstitute: Bundesgerichtshof präzisiert seine Ansicht zu Kick-back-Zahlungen - Ungefragte Offenlegung der Höhe der Rückverfügung sei erforderlich

15.03.11 - Bundesgerichtshof (BGH) äußert sich zur Zulässigkeit von Werbeschreiben mit Kreditkarten

Meldungen: Bundesgerichtshof

Weihnachtsgeld bei gekündigtem Arbeitsverhältnis Der Anspruch auf eine Weihnachtsgratifikation kann vom ungekündigten Bestehen des Arbeitsverhältnisses zum Auszahlungszeitpunkt abhängig gemacht werden. Es kommt nicht darauf an, wer das Arbeitsverhältnis gekündigt hat. Eine entsprechende Bestimmung in Allgemeinen Geschäftsbedingungen hält einer Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB stand. Voraussetzung ist, dass nicht die Vergütung von Arbeitsleistungen bezweckt ist.

Bezug einer Erwerbsminderungsrente Arbeitgeber und Betriebsrat können in einem Sozialplan vereinbaren, dass solche Arbeitnehmer keine Abfindung erhalten, die wegen des Bezugs einer befristeten vollen Erwerbsminderungsrente nicht beschäftigt sind und bei denen damit zu rechnen ist, dass ihre Arbeitsunfähigkeit auf nicht absehbare Zeit fortbesteht.

AGB-Kontrolle einer Arbeitszeitregelung Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen können den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen, wenn sie nicht klar und verständlich sind (§ 307 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB). Unter den in § 9 TzBfG genannten Voraussetzungen hat ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer einen Anspruch auf die Verlängerung seiner vertraglich vereinbarten Arbeitszeit.

Benachteiligung wegen Behinderung Arbeitgeber sind verpflichtet zu prüfen, ob sie freie Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen können. Um auch arbeitslose oder arbeitssuchend gemeldete schwerbehinderte Menschen zu berücksichtigen, müssen sie frühzeitig Verbindung mit der Agentur für Arbeit aufnehmen. Diese in § 81 Abs. 1 SGB IX ge- regelte gesetzliche Pflicht trifft alle Arbeitgeber, nicht nur die des öffentlichen Dienstes. Ein abgelehnter schwerbehinderter Bewerber kann sich darauf berufen, dass die Verletzung dieser Pflicht seine Benachteiligung wegen der Behinderung vermuten lasse.

BAG zur Reduzierung von Boni Die Parteien streiten über eine Bonuszahlung für das Jahr 2008. Der Kläger war in der Investmentsparte der D. AG als Sales/Kundenberater beschäftigt. Sein Arbeitsverhältnis ging aufgrund einer Verschmelzung auf die beklagte Bank über. Er erhielt nach dem Arbeitsvertrag ein festes Bruttomonatsgehalt und eine variable Vergütung, die im Ermessen der Beklagten stand.

Tarifsukzession war nicht gegeben Eine arbeitsvertragliche Bezugnahmeklausel, die auf die "Bestimmungen des Tarifvertrages für die Arbeiter der Deutschen Bundespost" und die sonstigen für sie geltenden Tarifverträge in der jeweiligen Fassung verweist, erfasst zwar zumindest im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung die Tarifverträge der Deutschen Telekom AG, die dann auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind. Die Bezugnahmeklausel kann aber nach ihrem Inhalt nicht dahingehend – erweiternd – ausgelegt werden, dass auch die Haustarifverträge von Tochterunternehmen erfasst werden, die die Deutsche Telekom AG lange Zeit nach Arbeitsvertragsschluss gegründet hat.

Loyales Verhalten gegenüber dem Arbeitgeber Die Wiederverheiratung eines katholischen Chefarztes an einem katholischen Krankenhaus rechtfertigt nicht in jedem Fall seine ordentliche Kündigung. Zwar haben Religionsgemeinschaften und die ihnen zugeordneten Einrichtungen das verfassungsmäßige Recht, von ihren Beschäftigten ein loyales Verhalten im Sinne ihres jeweiligen Selbstverständnisses verlangen zu können. Als Loyalitätsverstoß kommt auch der Abschluss einer nach katholischem Verständnis ungültigen Ehe in Betracht. Eine Kündigung ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn der Loyalitätsverstoß auch bei Abwägung der Interessen beider Vertragsteile im Einzelfall ein hinreichend schweres Gewicht hat.

Tarifgebundenheit und Tarifverträge Ein Arbeitgeber ist nach seinem Verbandsaustritt an die vom Arbeitgeberverband bis zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Tarifverträge kraft Nachbindung (§ 3 Abs. 3 TVG) bis zu deren Ende unmittelbar und zwingend gebunden. Tritt ein Arbeitnehmer während dieser Zeit in die Gewerkschaft ein, die die Tarifverträge geschlossen hat, wirken diese Tarifverträge nach § 4 Abs. 1 TVG unmittelbar und zwingend. Eine vorherige arbeitsvertragliche Vereinbarung, die Abreden unterhalb des Niveaus der Tarifverträge enthält, wird damit durch die normative Wirkung der Tarifverträge verdrängt. Diese Tarifgebundenheit hält so lange an, bis die Tarifverträge - jeweils - enden.

Geringere geschützte Versorgungsanwartschaft Nach § 7 Abs. 2 des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG) wird die Höhe der Betriebsrentenanwartschaft, für die der Pensionssicherungsverein bei Insolvenz des Arbeitgebers einzustehen hat, nach § 2 Abs. 1 BetrAVG bestimmt. Es kommt deshalb die gleiche Regelung zur Anwendung, die gilt, wenn festzustellen ist, wie hoch die gesetzlich unverfallbare Anwartschaft eines vor Eintritt des Versorgungsfalles aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschiedenen Arbeitnehmers ist. Insolvenzgeschützt ist daher der Anspruch, der dem Verhältnis der tatsächlichen Betriebszugehörigkeit bis zum Eintritt des Sicherungsfalls zur möglichen Betriebszugehörigkeit bis zur üblichen, "festen" Altersgrenze entspricht (zeitratierliche Berechnung).

Täuschung des Arbeitgebers bei der Einstellung Die falsche Beantwortung einer dem Arbeitnehmer bei der Einstellung zulässigerweise gestellten Frage kann den Arbeitgeber dazu berechtigen, den Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Das setzt voraus, dass die Täuschung für den Abschluss des Arbeitsvertrags ursächlich war. Wirkt sich die Täuschung im Arbeitsverhältnis weiterhin aus, kann zudem eine Kündigung gerechtfertigt sein.

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